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Köln-Mülheimer Tellschützen 1928 e.V​​.

 

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19.10.18

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51063 Köln (Mülheim)

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Historie

Als unsere Schützengesellschaft im Jahr 1928 von 12 Männern im Mülheimer Norden gegründet wurde, geschah dies mit Bedacht und enormer Weitsicht. Sollte sich doch die Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit zum gesellschaftlichen Mittelpunkt des Nordviertels entwickeln. Darüber hinaus sollte jedem unbescholtenen Bürger, unabhängig von seiner Konfession, die Möglichkeit zum Eintritt in einen Schützenverein ermöglicht werden, um dort den Leistungsschießsport auszuüben! Die Gründungsmitglieder hatten eine geniale Idee bei der Namensgebung für den neuen Schützenverein. Als Vorbild diente dabei der Schweizer Freiheitsheld „Wilhelm Tell“. Kurz nach der Gründung entfachte sich ein großer Ansturm von Interessenten die dem neuen Verein beitraten. Bedingt durch die ansässigen Industriebetriebe im Mülheimer Norden, war ein riesiges Potential von Männern vorhanden, die zum Ausgleich ihrer harten Arbeit eine sportliche Betätigung, aber auch ein gesellschaftliches Miteinander suchten. Mit einer stattlichen Anzahl von Mitgliedern wurde dann im Jahr 1929 das erste Schützenfest gefeiert. Fritz Kühler stellte sein Gartengrundstück zur Errichtung eines Schießstandes zu Verfügung. Erster Schützenkönig wurde Joseph Höller. Alle Veranstaltungen, sowie die Schützenfeste, fanden in den ersten Jahren nach der Gründung, im Ernst-Moritz-Arndt-Haus statt. Mit unermüdlicher Arbeit und der nötigen Disziplin gelang es dem 1.Vorsitzenden Johann Stollenwerk die Grundlage zu schaffen, auf der sich die Gesellschaft in den Folgejahren entfalten konnte. Zu den tragenden Säulen gehörte auch die „Stein-Dynastie“!

Innerhalb der ersten 10 Jahre gelang es allein drei Angehörigen dieser Familie die begehrte Königswürde zu erringen! Zum Schützenfest 1934 konnte dann erstmalig ein Festzelt errichtet werden. Die anhaltende Euphorie erhielt jedoch gegen Ende der 30er Jahre einen herben Dämpfer. Der Beginn des 2. Weltkrieges zeichnete sich ab und der Vereinsbetrieb musste eingestellt werden. Viele Mitglieder wurden eingezogen, andere evakuiert. Den verheerenden Bombenangriffen auf Mülheim fiel die Geschäftsstelle zum Opfer. Ein Großteil von Vereinsutensilien und die gesamten Geschäftsunterlagen wurden vernichtet. Die Mitglieder und Angehörige, die von der Einberufung verschont blieben, versorgten die im Kriegsdienst stehenden Kameraden via Feldpost, mit Päckchen und aufmunternden Briefen. Leider kamen häufig Sendungen zurück mit dem Hinweis „gefallen“! Jeder sehnte das Ende dieses unsinnigen Krieges herbei. 1945 war es endlich soweit: Nach und nach meldeten sich die Schützenkameraden zurück und schmiedeten eifrig Zukunftspläne. Aufgrund des Verbotes für Schützenvereine durch die Besatzungsmächte, tarnte man sich kurzerhand als Kegelclub, um für den Tag „X“ gewappnet zu sein. Wenn auch zunächst dezimiert, jedoch mit neuem Mut und Entschlossenheit, wurde der Neubeginn  kontinuierlich vorbereitet. Der damalige Kommandeur Josef Schneider offerierte den Kameraden wohl die größte Überraschung. Ohne die geringste Beschädigung legte er die Original-Vereinsfahne vor. Er hatte sie mit in die Evakuierung genommen und wohl gehütet. Das bei dieser Aktion allen die Freudentränen in die Augen schossen, braucht man sicher nicht weiter zu dokumentieren! Im Jahr 1952 war es dann endlich soweit: Mit dem ersten Nachkriegsschützenfest ging für Johann Stein, bedingt durch die Kriegsgeschehnisse, die längste Amtszeit, die je ein Schützenkönig der Tellschützen inne hatte, zu Ende. Mit intensiven Bemühungen wurden die Weichen für die Zukunft unserer Schützengesellschaft gestellt. Unter der bewährten Führung von Johann Stollenwerk als 1. Vorsitzender, sollte nun auch die Kreativität der übrigen Vorstandsmitglieder zum Zuge kommen. Ein für damalige Zeiten professioneller Geschäftsbetrieb war nur eine Grundvoraussetzung. In den Reihen der Mitglieder befanden sich fachqualifizierte Handwerker. Mit viel Fleiß und bereitwilligem Einsatz, wurde auf dem Trümmergrundstück der alten Turnhalle, zwischen Berliner Str. und Markgrafenstr. auf einem großzügigen Gelände ein Schießstand mit vier Halbhoch-Schießschächten errichtet. Die Insider waren sich einig: „Ein Schmuckstück, das nicht nur zweckdienlich war, sondern auch optisch etwas hergab“!  Auch die Anzahl der Mitglieder erhöhte sich. Voller Stolz konnte man auf eine große Jungschützengruppe verweisen, von denen einige „Jungs“ in späteren Jahren verantwortungsvolle Vorstandsämter übernehmen sollten. Diese Jugendgruppe war eine verschworene Truppe, die auch bei unseren befreundeten Vereinen und Bruderschaften durch ihr adrettes Auftreten geschätzt wurde. Mit viel Sachverstand, Verständnis für die persönlichen Belange, aber auch mit der nötigen Disziplin, führte der damalige Jugendleiter Peter Löh die Jungschützengruppe gekonnt an die Schwelle zum Übertritt in die Schützenklasse heran. Die Ausübung des Schieß-Sportes wurde zu dieser Zeit ausschließlich auf dem Halbhochstand betrieben. Hierbei war in Wettkämpfen sowohl die Jugend, aber auch die Schützenklasse mit ihren Spezialisten häufig unter den Siegern zu finden. Auf dem Schützenfest  zum 25jährigen Vereinsbestehen, wurde im Jahr 1953 der legendäre Franz Decker Jubelkönig. Ende der 50er Jahre musste dann der Schießstand zu Gunsten eines Neubaus weichen. Johann Stollenwerk war inzwischen im wohlverdienten Ruhestand und Engelbert Müller wurde neuer 1. Vorsitzender. Kamerad Theo Büchel stellte den Giebel seines Hauses, im hinteren Teil des Marktplatzes, als Fläche zur Errichtung eines Behelfs-Schießstandes zu Verfügung. Nun waren wieder die Handwerker gefragt, die inzwischen auch Verstärkung aus der oben zitierten Jugendgruppe in Anspruch nehmen konnten. Auch dieser Schießstand wurde fachgerecht in Eigenleistung erbaut und ist in den Annalen fest verankert. Die Anzahl der zu besuchenden Schützenfeste, unserer befreundeten Vereine, erhöhte sich mit dem Beitritt zur Interessengemeinschaft Leverkusener Vereine erheblich. Es blieb nicht nur bei den Besuchen von Festzug und Krönungsbällen zu deren Schützenfesten. Die Tellschützen pflegten echte Freundschaften mit den Leverkusenern aus den verschiedensten Ortsvereinen, welche nicht selten auch über das vereinsübliche Miteinander hinausgingen. Bei deren Vereinsveranstaltungen wollte man auf die als „Stimmungskanonen“ bekannten Tellschützen nicht verzichten! Es spielten sich mitunter wirklich haarsträubende Szenarien ab, von denen man hätte Bücher schreiben können! Übrigens: Der sportliche Wettkampf in Form von Sternenschießen wurde auch gepflegt! 

Für diese in der Region populäre Art des Sportschießens erwiesen sich die Tellschützen stets als faire, aber auch als harte Konkurrenten. Der jährlich ermittelte „König der Interessengemeinschaft“, stammte auch einige Male aus unseren Reihen. Im Jahr 1962 konnte dann, der auf dem Grundstück der alten Turnhalle neu erbaute Schießstand, seinen Bestimmungen übergeben werden. Die von Mauerwerk rundum geschlossene Schießsportanlage verfügte über eine Ausstattung, welche für die damaligen Verhältnisse ohne Gleichen blieb. Dies wurde dem Vorstand von anerkannten Schießsportexperten unmissverständlich bescheinigt. Die neue Schießsportanlage war von nun an Dreh- und Angelpunkt unserer schießsportverrückten Mitglieder. Herzstück dieser Anlage war die mit elektrischen Zugseilen versehene 50m KK-Flachbahn. Für das gewohnte Halbhochschießen standen vier Schießstände zu Verfügung. Hierbei wurde mit einem listigen Hintergedanken auf die üblichen Schießschächte verzichtet. Trotzdem war die Schießanlage so gesichert, dass kein Geschoss das Schießterrain verlassen konnte. Der Schießstandbau-Sachverständige der Kreispolizeibehörde Köln belobigte die perfekte Sicherheit dieser schmucken Anlage. Der neue Schießstand war auch Garant für den Zulauf einer neuen Jugendgeneration. Anlässlich dieser neuen Entwicklung kam dann der oben zitierte Hintergedanke zum Zuge. Der niedrig gelegte Anschlag des Halbhochstandes begünstigte die Montage von manuellen Zuganlagen für einen Luftgewehrstand inkl. Kugelfang. Die Distanz von der Schussabgabe bis zum Kugelfang betrug 10m und entsprach daher genau der Norm dieser Schießdisziplin. Was lag da näher als das allerorts betriebene Luftgewehrschießen zu intensivieren? Wer nun glaubt, dass nur die Jungschützen das Luftgewehrschießen ausübten, der irrt sich gewaltig. Auch die Schützenklasse hatte ein neues Faible für den Schießsport entdeckt. Der Trainingseifer war kaum zu bremsen und auf den zehn zur Verfügung stehenden Schießbahnen war das Gedränge groß um einen Trainingsplatz zu ergattern. Auch die 50m KK-Flachbahn hatte inzwischen einen Großteil der Mitglieder inspiriert, sich hier in verschiedenen Disziplinen schießsportlich zu betätigen. Aufgrund des regelmäßigen Trainings war bald die nötige Wettkampfreife vorhanden. Mit einer Jugendmannschaft, zwei Schützenklasse-Mannschaften, einer Altersklasse-Mannschaft und einer KK-Mannschaft, nahmen die Tellschützen die Herausforderung an und waren bald sowohl in der Einzel- wie auch in der Mannschaftswertung unter den Siegern zu finden. 

Bedingt durch die Teilnahme an den Wettkämpfen, welche auf Kreis- und Bezirksebene betrieben wurden, sollte sich nun auch die Folge der zu besuchenden Schützenfeste ändern. Mit unseren sportlichen Gegnern entwickelte sich eine Freundschaft, die alle Beteiligten dazu bewog, sich in Zukunft auch auf den Schützenfesten gegenseitig zu besuchen. Zu Gunsten der ausschließlich aus dem rechtsrheinischen Köln ansässigen Schützenvereine und Bruderschaften, verließen die Tellschützen mit einem weinenden Auge die sich über viele Jahre bewährte Interessengemeinschaft der Leverkusener Vereine!  Es wurde also diesbezüglich ein neues Zeitalter eingeläutet. Ein Jahr vor unserem 40jährigen Jubiläum übernahm Willi Stein als 1. Vorsitzender die Geschicke unseres Vereins. Unser Jubiläumsfestzug im Jahr 1968 wurde durch unseren Vereinspatron angeführt. Im Kostüm des "Wilhelm Tell" machte Kamerad Willi Hauschild die Bürgerschaft auch optisch auf unser 40jähriges Jubiläum aufmerksam. Stolz trug er die Armbrust stilgerecht auf der Schulter. Als Sohn fungierte damals der Sohn unseres 2. Vorsitzenden Willi Krewer, der den symbolisch tragenden Apfel in der Mitte des Festzuges bereits verspeist hatte. Vom Stolz beflügelt, gelang Willi Hauschild am Tag nach dem Festzug dann auch noch der goldene Königsschuß. In Anbetracht so vieler Glückseligkeiten, ließ es sich Willi Hauschild nicht nehmen, zur Krönung im Tellkostüm die Königswürde anzutreten. Mit dem Ende der 60er Jahre öffnete sich unsere Schützengesellschaft auch für die Einrichtung einer Schülergruppe sowie für die Aufnahme von aktiven weiblichen Jungschützen. Wir konnten einen rasanten Zuwachs von Mädchen verzeichnen, dessen Väter bzw. Geschwister schon langjährige Mitglieder der Tellschützen waren. Auch sportlich wurden die jungen Damen eingebunden und bereits im ersten Jahr errang eines dieser Mädchen die Jungkönigswürde. Willi Stein legte das Amt als 1. Vorsitzender nieder, welches dann von Kamerad Helmut Rembarz bis 1971 ausgeübt wurde. Dessen Nachfolger wurde Eugen Wesseling, der ein neues Kapitel im Buch der Tellschützen aufschlug. Wesseling war Initiator einer neuen Satzung, welche mit zeitorientierten Akzenten kreiert wurde und durch eine außerordentliche Versammlung verabschiedet wurde. Aufgrund des Antrages zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit, wurden die Köln-Mülheimer Tellschützen 1928 nun auch endlich in das Vereinsregister der Stadt Köln eingetragen. Dem Jahr 1971 drückte auch Helmut Rembarz seinen Stempel auf. Zunächst errang er in diesem Jahr die Königswürde! 

Beim erstmalig stattfindenden Stadtkönigsschießen des zuvor neu gegründeten Stadtverbandes Kölner Schützen, wurde Helmut Rembarz auf dem Schießstand in Köln-Flittard schließlich erster Stadtkönig. Es war für unsere Schützengesellschaft sicherlich ein schöner Erfolg, dem in späteren Jahren noch weitere folgen sollten. Analog zu unserer Schützentracht wurde im Jahr 1972 für die heißen Tage der Schützensaison in den Sommermonaten erstmalig ein Blouson angeschafft. Zugegeben, die Farbe in einem dezenten blau-grau war vielleicht etwas ungewöhnlich. Die leichte Bekleidung bewirkte aber, dass die mitunter brütende Hitze bei den Festzügen, unserer befreundeten Vereine und Bruderschaften, ein wenig leichter zu ertragen war. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Helmut Diderich gewählt. Durch die dritte Königswürde von Matthias Bender, wurden die Tellschützen im Jahr 1977 erstmalig von einem Schützenkaiser regiert. Im gleichen Jahr wurde Matthias Bender auch Stadtkönig. Neben einem umfangreichen Programm, bedingt durch zahlreiche zusätzliche Verpflichtungen des Stadtkönigs, standen nun die Vorbereitungen zum 50jährigen Jubiläum im Vordergrund. 

Wie üblich, wurde der Jubiläumsfestzug wieder von  „Wilhelm Tell“ angeführt. Auch dieses Mal wurde er durch Willi Hauschild verkörpert. Aufgrund seiner kräftigen Statur und seines enormen Bartwuchses war er einfach wie geschaffen für die Symbolfigur. Als Sohn fungierte dieses Mal der kleine Ralf Braun. Das am Tag darauf folgende Königsschießen sollte eine neue Überraschung bringen. Erneut wurde Willi Hauschild, trotz starker Konkurrenz, als Darsteller von „Wilhelm Tell“ Schützenkönig unserer Gesellschaft. Zum zweiten Mal war er damit Jubelkönig.

Zum Krönungsball erschien er, wie sollte es anders sein, wieder im Tellkostüm. Seine Frau Helga passte sich mit einem stilgerechten Dirndl dem gelungenen Outfit an. Mit einer Riesengaudi wurde dann, beim Kehraus des Schützenfestes, Willi Hauschild der Bart abgenommen. Unsere Jugend trat nun ihre Erfolgsserie beim Stadtverband Kölner Schützen an, indem Gabriele Löhr Stadtjungkönigin wurde. Mit Beginn der 80er Jahre gab es dann eine weitere Neuerung in unserem Verein. Nach Vollendung der Altersgrenze für Jungschützen, wurden nun auch weibliche Jugendliche in die aktive Schützenklasse übernommen. Dies bedeutete aber auch, dass wir unter den Zugeständnissen der gleichen Rechte (wie bei den Männern) ab sofort mit einem weiblichen Schützenkönig rechnen konnten. Mit Doris Friedrich als Tellkönigin des Jahres 1980/81, wurde dann der Anspruch und die Treffsicherheit der Frauen bereits unter Beweis gestellt. Diese Tatsache entfachte dann einen Boom von Vereinsbeitritten von Frauen zum aktiven Mitlied. In dieser Hinsicht leisteten wir Tellschützen somit eine Pionierarbeit, die heutzutage bei zahlreichen Vereinen und sogar Bruderschaften in unserer Region zunehmend praktiziert wird. 1981 stellten dann die Tellschützen durch Walter Henseler erneut den Stadtkönig. Bei der Vorstandsneuwahl kandidierte Helmut Diderich nicht mehr. Die Generalversammlung wählte dann zum dritten Mal Helmut Rembarz zum 1. Vorsitzenden, der dieses Amt bis 1983 ausübte. Ihm folgte Gunter Brück, unter dessen Vorsitz entscheidende Weichen für die Zukunft der Tellschützen gestellt werden sollten. Unsere Jugend war in diesem Jahr auch beim Stadtjungkönigsschießen durch Anton Kroll wieder erfolgreich. Bedingt durch sich immer wieder wiederholende Einbrüche von Vandalen, wurde in den 80er Jahren unser Schießstand durch ein Dach geschlossen und mit umfangreichem Innenausbau neu gestaltet. Mit aufopferndem Fleiß unserer handwerklichen Spezialisten, wie Elektriker, Schreiner, Maurer, Fliesenleger und „Schuttfahrer“, wurde in unermüdlicher Arbeit ein großer Raum geschaffen, der auch zum Schießstand für Luftgewehr umfunktioniert werden konnte. Aufgrund dieser Maßnahme stand uns nun allerdings kein Halbhochstand mehr zu Verfügung. Dies bedeutete, dass ab sofort die Königsämter auf der 50m KK-Bahn horizontal ermittelt werden mussten. Beim Stadtkönigsschießen 1986 errang Lars Stadge die Würde des Stadttellschülerprinzen. 1988 war es dann so weit! Hildegard Bollig wurde als erste Frau Schützenkönigin unserer Gesellschaft. In einem spannenden Wettstreit hat sie allen männlichen Konkurrenten das Nachsehen gegeben. Hildegard Bollig, die seit dem Einrichten der Schülergruppe 1970 bereits Mitglied unserer Gesellschaft war, hatte somit bereits alles erreicht was an Königstitel in einem Verein möglich ist. In diesem Jahr wurde mit Iris Braun ein weiteres Mitglied unserer Jugend Stadtjungkönigin. Der Frauenpower war also nicht mehr auf zuhalten! Anfang der 90er Jahre war dann Lars Stadge zum 2. Mal als Stadttellschülerprinz im Stadtverband Kölner Schützen erfolgreich. Als Alternative für unsere inzwischen neu reformierte Schützentracht stand nun wieder ein leichtes Hemd für die Männer, sowie eine Bluse für die Damen im Gespräch. Diesmal sollte alles besser gehen als beim ersten Versuch. Man einigte sich auf ein zeitloses Weiß mit Vereinsemblem auf dem linken Ärmel. Seitdem wird die Sommeruniform nach Absprache mit dem Kommandeur bei Bedarf bei den zu besuchenden Veranstaltungen getragen. Es hatte sich also seit dem Neubeginn nach dem Krieg vieles getan und unsere Schützengesellschaft stand auf gesicherten Säulen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht! Am Horizont zogen jedoch die ersten dunklen Wolken im Hinblick auf unser Domizil auf. Im Zuge der Sanierung Mülheim Nord begehrte die Stadt Köln das Grundstück unserer Schießsportanlage, die wir in jahrelanger Arbeit multifunktional geschaffen hatten. Nun schlug die Stunde des Gunter Brück. Mit vernünftigen Argumenten redete er den Stadtvätern ihre Planung aus, das Domizil der Tellschützen an den Ortsrand des Mülheimer Nordens zu verlagern. Den aus drei Baukomplexen bestehenden Neubau von Wohneinheiten und Geschäftslokalen konnte Brück den Herren allerdings nicht ausreden. Nach langen schwierigen aber auch fairen Verhandlungen, erklärte sich die Stadt bereit einen Großteil des Kellergeschosses beim Investor für den Bau eines Schießstandes inkl. Schützenheimes für uns zu erstehen. 

Dazu gehörte auch die von uns zur Bedingung gestellte 50m KK-Flachbahn. Ein haariges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass zukünftig in einem Wohnhaus mit scharfer Munition geschossen werden sollte. Nachdem die Stadtverwaltung uns zusicherte das Planungs- und Genehmigungsverfahren für diese heikle Angelegenheit zu unterstützen, gab Gunter Brück die Einwilligung für den Abriss der bisherigen und für den Neubau einer neuen Schießanlage inkl. Schützenheim. Ende 1993 rückten dann die Bagger an und die Baustelle wurde eingerichtet. Wir waren uns darüber im Klaren, dass für eine lange Zeit der Schießbetrieb in einem eigenen Schießstand nicht möglich war. Unsere befreundeten Nachbarvereine und Bruderschaften von Stammheim, Buchheim, Mülheim, Holweide und Höhenhaus leisteten kameradschaftliche Hilfe und stellten unseren Schießsportlern zur Ausübung der Trainingseinheiten ihre Schießsportanlagen zu Verfügung. Natürlich konnte auch das jährliche Schützenfest nicht im gewohnten Umfang gefeiert werden. Die Ermittlung der neuen Majestäten erfolgte für vier Jahre auf dem Schießstand der St. Hubertus Schützenbruderschaft in Köln-Höhenhaus, wo im ersten Jahr auch der Krönungsball abgehalten wurde. In den drei folgenden Jahren konnte nach fortgeschrittener Bauarbeit wieder ein Festplatz mit Festzelt, wenn auch in eingeschränktem Umfang, auf dem Marktplatz an der Berliner Str. errichtet werden. Innerhalb dieser Zeit wurde nicht nur der Rohbau fertig gestellt, sondern auch der Innenausbau betrieben. Für den Innenausbau waren die Tellschützen selbst zuständig. Unter der Regie und Mitwirkung von Gunter Brück und Matthias Bender war nun wieder unsere erfahrene Arbeitstruppe gefragt. Im Jahr 1998 war es dann so weit!

Nach Abschluss der Innenausbauarbeiten präsentierte uns das Arbeitsteam eine Schießsportanlage inkl. Schützenheim, welche keine Wünsche offen ließ. Von allen befreundeten Vereinen in den höchsten Tönen gelobt, hatte auch der Sachverständige für Schießstandbau keine Einwände. Ausgestattet mit einem langfristigen Mietvertrag und Anrecht einer weiteren Option, hatten die Tellschützen fortan eine auf stabilen Säulen ruhende Zukunftsperspektive. Noch bevor das neue Domizil seinen Bestimmungen übergeben wurde, konnte das Königsschießen endlich wieder auf unserer eigenen Anlage durchgeführt werden. Hans-Dieter Löhr errang den begehrten Titel des 1. Schützenkönigs auf dem neuen Schießstand. Das Schützenfest konnte auch wieder im vollen Umfang gestaltet werden. Es wurde mit einem neuen Modus gefeiert, indem mit dem Krönungsball gleich am 1. Festtag der eigentliche Höhepunkt bereits präsentiert wurde. Bei der offiziellen Einweihung im Oktober wurde dann das neue Schützenheim durch Dechant Reinhold Donnermeyer feierlich eingesegnet. Zu der Einweihungsfeier konnten wir zahlreiche Gäste aus der Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen begrüßen. Irgendwie hatten sie ja alle in Sachen Planung, Genehmigung und Ausführung eine besondere Beziehung zu dem neuen Projekt. Unseren befreundeten Vereinen und Bruderschaften war dann der darauf folgende Tag vorbehalten.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Schützenheimes konnte auch endlich das regelmäßige Trainingsschießen unserer Schießsportler wieder aufgenommen werden. Neben vier KK-Schießbahnen mit modernen elektronischen Überkopf-Zuganlagen stehen außerdem 10 Luftgewehr-Schießbahnen, die auch für das Schießen mit der Armbrust umgerüstet werden können, zu Verfügung. Die stoßsicheren Einzelschießtische bieten den Schießsportlern beste individuelle Vorraussetzungen ihre Trainingsübungen sachgerecht zu absolvieren. Dies sollte sich rasch positiv auf die Ergebnisse auswirken. Die Tellschützen waren wieder konkurrenzfähig in den Wettbewerben auf Kreis- und Bezirksebene. Selbst für die Landesmeisterschaft konnte man sich vereinzelt qualifizieren. Auch die Luftgewehrstände wurden mit elektronischen Zuganlagen versehen. Diese wurden von einem Teil unserer Mitglieder gespendet, indem für jede Schießbahn von je zwei Mitgliedern die Patenschaft übernommen wurde. Zu gegebenen Anlässen kann die Luftgewehr-Schießanlage demontiert werden. Dadurch lässt sich für diverse Anlässe ein mulifunktioneller Veranstaltungsraum mit einer recht üppigen Platzkapazität herrichten. Bei zahlreichen gesellschaftlichen Veranstaltungen unserer Schützengesellschaft hat sich die Nutzung unseres Schützenheimes bestens bewährt. Mit berechtigtem Stolz können wir daher optimistisch in die Zukunft blicken. Mit dem Übertritt in´s  neue Jahrtausend bahnte sich dann auch ein Wechsel an der Vereinsspitze an. Nach 18jähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender kandidierte Gunter Brück aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für den Vorstand. Brück hatte sich in all den Jahren beispielhaft und aufopfernd für das Wohl der Tellschützen eingesetzt. Mann kann ihn getrost als „Vater des neuen Schützenheimes“ betiteln. Mit Bedauern, aber auch mit dem nötigen Respekt für seine Entscheidung, mussten wir seinen Rücktritt akzeptieren. Der Vorstand würdigte aber die Verdienste von Gunter Brück für den Verein, in dem man ihn, einige Zeit später, zum Ehrenmitglied ernannte.

Die Generalversammlung wählte im Jahr 2001 Hans-Dieter Löhr zum neuen 1. Vorsitzenden. Wie Gunter Brück ist auch Hans-Dieter Löhr seit frühester Jugend Mitglied unserer Gesellschaft und ist, so zu sagen, ein so genanntes „Eigengewächs“ der Tellschützen. Die Jugend war also bereit die Verantwortung für das zukünftige Vereinsgefüge zu übernehmen. Denn nicht nur Löhr, sondern auch weitere junge Mitglieder wurden auf dieser Versammlung in den geschäftsführenden- sowie in den erweiterten Vorstand gewählt. Es sollten bedeutungsvolle Aufgaben auf die neue Vereinsspitze warten. Zunächst stand wieder einmal eine Reformation der Vereinsatzung an. In der durch Wahl gebildeten Satzungskommission wurden aus allen Vereinsgruppierungen jeweils 2 Mitglieder delegiert. In zwölf Kommissionssitzungen wurde die neue Satzung den heutigen Gepflogenheiten in einem modernen Verein auf den neuesten Stand gebracht, und am 26.01.2002 durch eine außerordentliche Versammlung verabschiedet. Hans-Dieter Löhr hatte mit dieser ersten Maßnahme nach seinem Antritt als Vorsitzender bereits eine wichtige Angelegenheit in die Tat umgesetzt. Als weitere Neuerung wurde der Modus zur Wahl des geschäftsführenden- und erweiterten Vorstandes optimiert. Die nächste Herausforderung sollte dann die aufwendige Organisation zum anstehenden 75jährigen Jubiläum der Köln-Mülheimer Tellschützen im Jahr 2003 sein. Von nun an war das Jubiläum Thema Nr. 1 auf jeder Vorstands- und Mitgliederversammlung. Für die in diesem Zusammenhang stehenden zusätzlichen Organisationspunkte bedarf es eine solide und kontinuierliche Zusammenarbeit des Vorstandes mit den Mitgliedern.

Zu dem erstmalig stattfindenden „Bunten Abend“ im Rahmen unserers 75jährigen Jubiläums, ist es uns gelungen, die bekannte Kölner Band „De Räuber“ zu verpflichten. Trotz subtropischer Hitze, ließen unsere Gäste „De Räuber“ nicht ohne etliche Zugaben von der Bühne.

Übrigens: Erinnern Sie sich noch an den kleinen Ralf Braun, Sohn des „Wilhelm Tell“ in unserem 50jährigen Jubiläumsfestzug? Dieses Mal ist er derjenige, der die Symbolfigur des „Wilhelm Tell“ verkörpert! Aus Ralf Braun ist inzwischen ein stattlicher Mann geworden, dessen Statur nach den Überschreibungen der Literatur stark an den Schweizer Freiheitshelden erinnert! Auch in diesem Jahr wurde der Bart des "Wilhelm Tells" zugunsten der Jugendkasse im Rahmen des Ausklangs versteigert.

Im darauf folgenden Jahr meldete sich wieder Hilde Bollig zu Wort. Nicht nur, dass sie die ersten Schützenkönigin war, im Jahre 2003 wurde sie die erste Schützenkaiserin unserer Gesellschaft. Zwei Jahre später errang sie zum dritten Mal die Tellkönigswürde und wurde zur Tellkaiserin gekrönt.

Auf der Jahreshauptversammlung im März 2003, stand Hans-Dieter Löhr nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Hilde Bollig, die bis dato 2. Vorsitzende war, wurde nun zur 1. Vorsitzenden gewählt.

Im Jahre 2009 gab es ein weiteres Novum in der Vereinsgeschichte der Köln-Mülheimer Tellschützen. Nachdem wir 79 Jahre unser Schützenfest auf dem Marktplatz an der Berliner Str. begangen haben, mussten wir Aufgrund der Tatsache, dass ein Schützenzelt nicht mehr finanzierbar ist, auf eine neue Örtlichkeit umsteigen. Durch das geschickte Verhandeln unseres ehemaligen 1. Vorsitzenden Hans-Dieter Löhr, konnten wir nicht weit entfernt vom Marktplatz, im Liebfrauenhaus auf der Adamsstraße, unser Schützenfest feiern.

Beim Stadtkönigsschießen 2012 konnten die Köln-Mülheimer Tellschützen wieder einmal jubeln. Marco Braun wurde, nach einem spannenden Wettkampf und 21 Jahre nach Lars Stadge, Stadttellschülerprinz des Stadtverbandes. Seine Erfolge waren damit noch nicht zu Ende. Im Jahre 2014 errang er zum dritten Mal die Schülerprinzenwürde und war somit der erste Schülerkaiser der Tellschützen. Getoppt wurde das ganze zwei Jahre später, als er Jungkönig unserer Gesellschaft und Stadtschülerprinz des Stadtverbandes Kölner Schützen wurde.

Turbulent wurde es in den Jahren 2014 und 2015. Im ersten Quartal des Jahres 2015 fand ein fast kompletter Vorstandswechsel statt, mit Mario Monath an der Spitze als neuem 1. Vorsitzenden und Peter Berkele als neuem 2. Vorsitzenden der Köln-Mülheimer Tellschützen. Rückblickend kann man sagen, dass dieses erste, schwierige und mit vielen Herausforderungen bestückte Jahr, von dem Vorstand in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern, hervorragend gemeistert wurde.  

 

Der Vorstand wird bemüht sein, auch in Zukunft jährlich ein volkstümliches Schützenfest aufrecht zu erhalten. Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Gleichheit und Förderung der Jugend, das sind wir unseren Gründern der Schützengesellschaft schuldig! Sie können voller Stolz von der Himmelspforte auf unsere heutige Generation herabblicken und werden sicherlich feststellen:

Die Männer, Frauen und Jugendlichen unserer Gesellschaft sind würdig die Tracht der Tellschützen zu tragen! Eine durch viel Fleiß und Einsatzbereitschaft erwiesene Fortführung unserer Ideale verleiht uns die Gewissheit, dass für die weitere Existenz der Köln-Mülheimer Tellschützen die besten Voraussetzungen gegeben sind. Möge dies noch lange so sein!

 

Für die aufwendig erarbeitete Historie, bedanken wir uns recht herzlich, bei unserem Ehrenmitglied Hans-Peter Bürling.

 

      

       

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